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Alpenkräuter

Die alpinen Zonen sind Gebiete, in denen Blumen und Kräuter in besonderer Fülle und Farbenpracht erscheinen. Kennt man die teils extremen Bedingungen mit langen, strengen Wintern, kurzer Vegetationsphase und großen Tag- und Nacht-Temperaturunterschieden, kann man nur darüber staunen. Es ist, als wollte die Natur diese knapp bemessene zeitliche Spanne, in der Wachstum überhaupt möglich ist, mit überbordender Blühkraft wettmachen. Alpenblumen und Alpenkräuter sind an ihren Lebensraum perfekt angepasst. Sie nutzen winzigste Erdreste in Felsspalten, um zu wurzeln und zu gedeihen (Steinbrecharten, Polsterpflanzen) und sind wichtiger Teil des Nahrungskreislaufes Blüte-Insekten-Vögel.

Die scheinbare Zierlichkeit und Verletzlichkeit der Alpenblumen wird bei näherer Betrachtung zu einer genial ersonnenen Überlebensstrategie. Stängel, Blüten und Blätter sind mit einem dichten, fellartigen Flaum überzogen. Die Wuchsform dieser Alpenblumen und Kräuter ist meist sehr niedrig bis polsterartig. Dadurch kann sich die Pflanze schutzsuchend an den Boden schmiegen und den stürmischen Winden besser trotzen. Auch nehmen die Alpenblumen so die untertags gespeicherte Bodenwärme optimal auf. Durch die intensive Sonneneinstrahlung ist die Konzentration von Wirk- und Duftstoffen in den Alpenblumen und Alpenkräutern sehr hoch. Das betrifft heilsame Substanzen ebenso wie äußerst giftige.

So ist zum Beispiel der tiefdunkelblaue und wunderschön anzuschauende Eisenhut aus der Familie der Hahnenfußgewächse eine der giftigsten Alpenblumen, die im europäischen Raum vorkommen. Zahlreiche Giftmörder bedienten sich dieser tödlichen Schönheit. In der Homöopathie hingegen, hier soll Gleiches mit Gleichem geheilt werden,  finden auch hochgiftige Pflanzen Verwendung, wo sie nur in geringsten, kaum messbaren Verschüttelungen und Dosierungen zum Einsatz kommen. Sehr bekannt ist die Arnikapflanze (oder auch "Bergwohlverleih"). Mit ihren sonnengelben bis fast orangegelben Blüten ist sie prächtige Alpenblume und begehrtes Alpenheilkraut. Doch soll sie vom durchschnittlich erfahrenen Heilkräuteranwender nur äußerlich gebraucht werden, da sie bei stärkerer Dosierung giftig ist. Der Gelbe Enzian (aber auch der Gepunktete Enzian), dessen Wurzeln heute nur mehr sehr kontrolliert ausgegraben werden dürfen, war früher Hauptbestandteil vieler Magenbitter und als "Enzianschnaps" sehr beliebt. Frauenmantelarten (Alchemilla) werden in der Frauenheilkunde erfolgreich eingesetzt. Es ist auch je nach Standort der Pflanzen mit sehr unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen zu rechnen, im Zweifelsfalle gehört die Therapie immer in die Hände eines erfahrenen Naturheilers, Kräuterkundigen oder Apothekers.

Auch das Sammeln und Pflücken von Alpenkräutern und Alpenblumen ist teilweise verboten oder nur in sehr eingeschränkter Form erlaubt. Die Alpenblumen und Alpenkräuter reagieren auf Änderungen der Nährstoff- und Lichtbedingungen durch Düngung, Beweidung, Verbuschung oder Verwaldung sehr sensibel und können binnen kürzester Zeit aus Gebieten völlig zurückgedrängt werden oder sogar gänzlich verschwinden. Dafür wachsen dann minderwertige Arten wie Hahnenfuß oder Ampfer, die für Mensch und Vieh unbrauchbar sind. Viele Alpenkräuter oder Alpenblumen sind sogar auf die "Kulturlandschaft Almen" angewiesen und brauchen die Beweidung oder die Mahd, um nicht von anderen Pflanzenarten verdrängt zu werden, die wuchsfreudiger oder auch stark wuchernd sind. Es gibt bei den Alpenpflanzen auch für das Vieh sehr giftige und schädliche Arten. Diese können Fehlgeburten, Verdauungsstörungen, Nachlassen der Milchleistung oder sogar den Tod der Tiere hervorrufen. Dazu zählt man den Adlerfarn, den Weissen Germer und den Scharfen Hahnenfuß.

Dieses Gleichgewicht der Arten zu wahren, ist unter anderem wichtige Aufgabe der Bauern und Viehhirten. Ein Bewusstsein dieser Problematik und ein Verantwortungsgefühl der Natur gegenüber muß deshalb bereits von Kindesbeinen an und in den Landwirtschaftsschulen vermittelt werden. Das betrifft auch die Trockenlegung und Entwässerung von Feuchtgebieten und Mooren zwecks Weideflächenvergrößerung. Besonders hier gedeihen viele Alpenblumen, besonders Orchideenarten betören mit ihren purpurnen bis weiß-rosa Blüten. So sind schon der Anblick und der unverwechselbare Duft  von Waldhyazinthen und zahlreichen Kleearten wie Medizin, kann schon das Wandern durch Alpenblumenwiesen und Alpenkräuterhaine zum nicht zu unterschätzendem Teil des Heilprozesses werden. Einige der farbenprächtigsten Alpenblumen sind die Arten der Habichtskräuter in ihren strahlend gelben oder rotorangen Blütenköpfchen. Die wie von Morgenrot überhauchten Berghänge mit Alpenrosen bieten unvergessliche Eindrücke. Türkenbundlilien und Feuerlilien erscheinen wie von Gärtnerhand gepflanzte Kostbarkeiten. Küchenschellen und Glockenblumen sind unvergleichlich in ihrer zarten Anmut und die blauen Trichterkelche des stängellosen Enzians zieren in den Frühlingsmonaten die Almböden. Das lila fransige Alpenglöckchen bricht durch die letzten Schneereste, obwohl man dies seiner Zartheit niemals zutrauen würde.

Die wohl "berühmteste" Alpenblume ist das Edelweiß. Sie wächst hoch oben auf Felsklippen und in steilen unwegsamen Klüften. Erst nach der letzten Eiszeit kam diese eigentlich etwas unscheinbar wirkende Pflanze aus den asiatischen Steppengebieten in die Alpen Europas. Dennoch ist die Faszination Edelweiß ungebrochen. Sie war die Liebesblume der Bergburschen, gepflückt unter Lebensgefahr sollte sie als Liebesbeweis das Herz der Auserwählten erobern. Die sternförmigen, silbrigweißen, filzigen Scheinblüten des Edelweißes zieren auch die Kappen der Gebirgsjäger des Bundesheeres, sind Vereinszeichen der Bergwacht, des Deutschen Alpenvereins, finden sich auf Münzen und Knöpfen wieder und als gestickte, gewebte und gedruckte Zierde in der Trachtenmode. Sogar als Heilpflanze war das heute streng geschützte Edelweiß begehrt, es sollte Hilfe bei Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen bringen.

Es gibt Arten von Alpenkräutern und Alpenblumen, die vorwiegend auf kalkhaltigen Böden gedeihen, solche, die kalkunverträglich sind und solche, die beide Bodenarten bewachsen können. Auch als Nährstoffanzeiger der Böden können viele dieser Pflanzen dienlich sein. Jeder Bergwanderer und Nutzer der Alpenkräuter kann durch Schonung dieser blühenden Juwelen der Berge, durch Nichtpflücken und das gewissenhafte Benutzen der Wandersteige viel dazu beitragen, diese zu erhalten und nicht zu gefährden. Wer dauerhafte Freude an den Alpenblumen haben will, soll diese nicht pflücken oder gar ausgraben, denn sie würden im Hausgarten ohnehin nicht oder nur sehr kümmerlich gedeihen, sondern sie besser fotografieren, damit sie dort bleiben dürfen wo sie hingehören und jede Bergtour weiterhin durch ihren Anblick zu einem unvergesslichen Gesamterlebnis machen können.